Studie weist auf einen neuen MS-Subtyp basierend auf dem Demyelinisierungsmuster hin

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Spezialisten haben einen Subtyp der Multiplen Sklerose (MS) identifiziert, der durch einen kortikalen neuronalen Verlust, unabhängig von der Demyelinisierung der weißen Substanz im Gehirn, gekennzeichnet ist.

Die Details wurden in einer „Hot Topic“-Sitzung auf der ECTRIMS 2018 in Berlin präsentiert.

Professor Bruce Trapp vom Lerner Research Institute der Cleveland Clinic Foundation (Cleveland, Ohio, USA) wies darauf hin, dass die Demyelinisierung von zerebraler weißer Substanz zwar als treibende Kraft für die neuronale Degeneration bei MS angesehen wird, aber kürzlich durchgeführte bildgebende Studien nahelegten, dass Demyelinisierung und neuronale Degeneration unabhängig auftreten können.

Zur weiteren Untersuchung wurden Abschnitte von 97 postmortalen MS-Gehirnen visuell untersucht. Es wurde festgestellt, dass insgesamt 12 keine Hinweise auf eine Demyelinisierung der weißen Hirnsubstanz enthielten.


Anschließend wurde in diesen 12 Schnitten eine histologische Quantifizierung der Demyelinisierung in der weißen Hirnsubstanz, der Hirnrinde und dem Rückenmark durchgeführt. Diese wurden mit Demyelinisierungsmustern in 12 Schnitten von MS-Patienten verglichen, die zerebrale Läsionen der weißen Substanz aufwiesen. Die Schnitte von gesunden Kontrollen wurden ebenfalls bewertet.

Die zentralen Erkenntnisse waren:

Die 12 Schnitte ohne makroskopische Hirnläsionen zeigten eine Demyelinisierung im Rückenmark und in der Kortikalis, jedoch nur wenige Anzeichen einer Demyelinisierung der weißen Substanz.
Bei diesen 12 waren die kortikalen neuronalen Verluste, die kortikale Ausdünnung und die MRT-Abnormalitäten im Bereich der weißen Hirnsubstanz vergleichbar mit denen in den MS-Hirnschnitten, bei denen die Demyelinisierung der weißen Hirnsubstanz auftrat (und signifikant höher als bei gesunden Kontrollen).
Prof. Trapp sagte, dies sei eine neue Art von MS, genannt myelokortikale MS (MCMS). Diese sei gekennzeichnet durch Demyelinisierung des Rückenmarks und der Hirnrinde, nicht jedoch der weißen Hirnsubstanz.

Bei MCMS gehe der kortikale neuronale Verlust nicht mit einer Demyelinisierung der weißen Substanz einher und sei daher ein unabhängiges pathologisches Ereignis.

Er erklärte dem ECTRIMS-Publikum, dass empfindlichere MRT-Methoden erforderlich seien, um MCMS zuverlässig von der typischen MS zu unterscheiden. In der Studie konnten Radiologen und Neurologen die beiden Typen nicht aufgrund von MRT-Unterschieden unterscheiden.

Die vollständigen Details der Studie wurden Anfang Oktober in der Lancet Neurology veröffentlicht (2018;17:870-84).

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