Risikofaktoren für Krankheitsaktivität bei früher Multipler Sklerose

Erkenntnisse

  • Das Vorhandensein von sowohl abnormen Serum-Neurofilament-Leichtketten (sNfL) als auch einer dünnen Ganglienzell- und inneren plexiformen (Ganglion Cell and Inner Plexiform, GCIP) Schicht bei einem einzelnen Patienten war in synergistischer Weise prognostisch für die zukünftige Krankheitsaktivität bei früher Multipler Sklerose (MS). Abnorme sNfL allein waren ebenfalls ein prognostischer Indikator, jedoch mit einer kleineren Effektgröße.

Bedeutung

  • MS zeigt einen sehr variablen klinischen Verlauf, der bei Patienten mit einer frühen Erkrankung, einschließlich eines klinisch isolierten Syndroms (Clinically Isolated Syndrome, CIS) und früher schubförmig remittierender (Relapsing-Remitting, RR) MS, schwer vorherzusagen sein kann.

  • Biomarker der Krankheitsprogression werden derzeit untersucht. Die optische Kohärenztomographie (OCT) ist eine Technik zur Visualisierung von Netzhautmerkmalen. Eine reduzierte GCIP-Dicke gemäß OCT wurde bei Menschen mit CIS mit zukünftiger Krankheitsaktivität in Verbindung gebracht. sNfL ist ein Biomarker für neuroaxonale Schäden, der mit einem erhöhten Risiko für eine Verschlechterung der Behinderung bei früher MS assoziiert ist.

  • Es ist möglich, dass GCIP-Dicke und sNfL beide dazu beitragen könnten, die zukünftige Krankheitsaktivität bei Patienten mit früher MS vorherzusagen, möglicherweise mit einem additiven Effekt.