Kognitiver Rückgang und vaskuläre Risikofaktoren bei der präklinischen Alzheimer-Krankheit

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Erkenntnisse

  • Lebensstil- und Gefäßfaktoren wie Adipositas und Hypertonie stehen im Zusammenhang mit Veränderungen des Tau-Spiegels im Liquor und kognitiven Scores bei Patienten mit präklinischer Alzheimer-Krankheit (AD).

Bedeutung

  • Das Verständnis der Zusammenhänge zwischen Risikofaktoren bei gesunden Personen und AD-Biomarkern (Gesamt-Tau [t-Tau], phosphoryliertes Tau [p-Tau] und Amyloid) kann dazu beitragen, Strategien für die Primär- und Sekundärprävention zu entwickeln und die rechtzeitige und genaue Prognose zu verbessern.

Studiendesign

  • Ziel: 1. Bestimmung des Zusammenhangs zwischen vaskulären Risikofaktoren und AD-Biomarkerspiegeln im Zeitverlauf bei kognitiv normalen Patienten. 2. Untersuchung eines möglichen Zusammenhangs zwischen Risikofaktoren zu Studienbeginn und dem kognitiven Rückgang im zeitlichen Verlauf.

  • Populationsmerkmale: 433 kognitiv normale Teilnehmer (Durchschnittsalter 68,3 Jahre zu Studienbeginn, 53 % weiblich).

  • Der Liquor wurde zu Studienbeginn (n = 433) und bei nachfolgenden jährlichen Besuchen entnommen: 2 Proben (n = 107), 3 Proben (n = 54), 4 oder mehr Proben (n = 23).

  • Die Teilnehmer wurden nach Amyloid- und Tau-Status zu Studienbeginn als A+/- und T+/- klassifiziert.

  • Zu den erfassten Risikofaktoren gehörten Hypertonie, Hypercholesterinämie, Diabetes, Schlaganfall, Adipositas, Rauchen und Aktivitätsniveaus. Mit diesen Messgrößen wurde der Framingham-Risiko-Score (FRS) berechnet.

  • Ein zusammengesetzter kognitiver Score wurde basierend auf mehreren Bewertungen berechnet, einschließlich der Bewertung der klinischen Demenz (Clinical Dementia Rating, CDR) und des Mini-Mental-Status-Tests (Mini–Mental State Examination, MMSE).

Wichtigste Ergebnisse

  • Bezogen auf den Amyloid- und Tau-Status waren 43 % der Gesamtteilnehmer A-T-, 16 % A-T+, 27 % A+T-, 13 % A+T+.

  • Die Adipositashäufigkeit war in der A+T+-Gruppe signifikant niedriger als in den T--Gruppen (beide p < 0,05).

  • Umgekehrt war die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der A+T+-Gruppe signifikant höher als in der A-T--Gruppe (p = 0,025).

  • Zu Studienbeginn gab es weder in der Gesamt- noch in der Einzelgruppenanalyse einen Zusammenhang mit Risikofaktoren und Amyloidspiegeln.

  • Höhere t-Tau- und p-Tau-Spiegel traten bei Personen mit Adipositas auf (beide p < 0,001).

  • Die Analyse der Veränderung von Biomarkern im Zeitverlauf ergab:

    • einen schnelleren Anstieg von t-Tau und p-Tau bei Hypertoniepatienten, nur in der A+T+-Gruppe (p < 0,002 bzw. p < 0,001),

    • einen schnelleren Anstieg von t-Tau bei Personen mit einem höheren FRS bei A+T+-Patienten (p = 0,042).

  • Die kognitive Leistung gemäß dem MMSE war bei Personen mit höherem FRS und in der A+T+-Gruppe niedriger (p = 0,023) und höher bei Patienten mit Depressionen (p = 0,045).

  • Die Längsschnittanalyse ergab keine signifikanten Zusammenhänge zwischen den bewerteten Risikofaktoren und dem Rückgang des zusammengesetzten kognitiven Scores.

  • Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse bei Patienten in der präklinischen Phase der Alzheimer-Krankheit (A+T+-Gruppe) die Hypothese einer Korrelation zwischen Hypertonie und Neurodegeneration stützen.

Einschränkungen

  • Selbstberichtete Daten zu Risikofaktoren und Medikamentenkonsum.

  • Die Häufigkeit einiger Risikofaktoren war für Analysen zu gering.

  • Marker wurden nur im Liquor gemessen.

  • Keine Unterscheidung zwischen t-tau und p-tau, wenn Personen als T+/- klassifiziert wurden.

  • Die Studienpopulation ist möglicherweise nicht direkt mit der Allgemeinbevölkerung vergleichbar.

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